Bürgerinitiative auf dem Wolfstall
 www.keinlogistikzentrum.de
UNSERE ZIELE

Unsere Ziele / Unser Anliegen

Schutz der Bevölkerung von Friedewald und der in den Ortsteilen lebenden Bevölkerung, der Landschaft, dem Lebensraum von Tieren und Pflanzen vor den bevorstehenden Auswirkungen des zunehmenden LKW-Verkehrs, resultierend aus der geplanten Ansiedelung eines Logistikzentrums in dem von den gemeindlichen Gremien geplanten Gewerbegebiet „Auf dem Wolfstall“.

Unserer Ansicht nach ergeben sich aus der geplanten Ansiedelung eines Logistikzentrums für die Bevölkerung nachfolgende negative Konsequenzen: zusätzliches verstärktes Aufkommen im Ampel-/Kreuzungsbereich an der Ortsrandlage „Ost“.

Begründung:

Wie in der HZ vom 16.07.2020 geschildert muss am Tag ( d.h. nach unserer Auffassung in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr nachts ) mit einem stündlichen Verkehrsaufkommen von 10 LKW´s pro Stunde gerechnet werden. Nach dieser Berechnung wären dann ca. 12 Andockstellen ausreichend. Laut graphischer Darstellung existieren aber 24 Andockstellen, so dass sich rein rechnerisch ein Verkehraufkommen von 20 LKW´s pro Stunde ergibt. Das Verkehrsaufkommen in der Zeit ab 22 Uhr bis 6 Uhr morgens erst einmal außen vor gelassen.

Setz man das Wort Verkehraufkommen, mit dem Wort von LKW-Bewegungen gleich, ergibt sich folgende Hochrechnung: in 16 Stunden

(6 Uhr-22 Uhr) finden 640 LKW-Bewegungen statt. (Einmal  das Logistikzentrum anfahrend, einmal das Logistikzentrum verlassend ).

Aus der Aussage in der HZ vom 16.07.2020, dass mit der Entstehung von 50 bis 70, möglicherweise aber auch mit deutlich mehr Arbeitsplätzen zu rechnen ist, lässt unserer Meinung nach, klar darauf schließen, dass dieses Logistikzentrum im Mehrschichtbetrieb, d.h. rund um die Uhr betrieben werden soll. Mit der Konsequenz, dass theoretisch zu den 640 LKW-Bewegungen (in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr nachts) in der Zeit ab 22 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens nochmals theoretisch 40 LKW-Bewegungen pro Stunde (siehe oben) mal 8 Stunden, also 320 LKW-Bewegungen sich zusätzlich ergeben könnten.

Dieses Szenario würde nach unserer Meinung im „worst case“ in 960 LKW-Bewegungen pro Tag gipfeln und das jeden Tag von Montag bis Freitag. ( Wenn man bescheiden rechnet ) Pro Woche sind das 4.800 LKW-Bewegungen, die vermutlich größtenteils den oben erwähnten Ampelbereich frequentieren werden. Dies begründet sich unter anderem auch darauf, dass die vom Verkehrskreisel (Autobahnzubringer) durch das Gewerbegebiet zum geplanten Logistikzentrum führende Straße, aufgrund der dort auf Abfertigung wartenden und parkenden LKW´s nicht geeignet ist, diese Mengen in einem vernünftigen Rahmen aufzunehmen.

Weitere negative Auswirkungen für die Bevölkerung durch die geplante Ansiedelung können unserer Auffassung nach sein:

Gefährdung der Verkehrssicherheit im Kurvenbereich der Landesstraße nach Hönebach auf Höhe des geplanten Logistikzentrums, für den Fall, dass sich aufgrund zu geringer Aufnahme-/ Stellplatzkapazitäten des Logistikzentrums, die LKW´s auf der Landesstraße ( die auch die Aufgabe einer Umleitungsstrecke zu erfüllen hat ) in Richtung Friedewald / Gewerbegebiet zurück stauen. Ein Überholen auf der Gegenspur wird dann zum Himmelfahrtskommando. ( Vgl. unseren Beitrag: Kein Logistikzentrum / Analyse und Bedenken unter Punkt 10:  Hessen Mobil: Anforderungen  an die Verkehrsicherheit.)

Daraus resultierender, zusätzlich einhergehende(r) Lärm, ( vgl. unseren Beitrag: Kein Logistikzentrum / Analyse und Bedenken unter Punkt 17 und 21)  sowie Abgase, Feinstaub, Luft - und Lichtverschmutzung und dem oben beschriebenen Tag- / Nachtbetrieb bedeutet für die Bevölkerung der Ortsrandlage „Ost“ eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität und führt zu einer Wertminderung der Anliegerimmobilien.

Zerstörung der Anliegerstraßen, deren grundhafte Erneuerung nicht den Betreibern des Logistikzentrums anteilig in Rechung gestellt werden, sondern den Anliegern, die, sind sie gewerblich tätig, oben drauf noch Gewerbesteuer zu zahlen haben. (Doppelbelastung zum Vorteil eines Logistikzentrums). Wir schlagen deshalb vor, die in Friedewald ansässigen Logistiker entsprechend dem Verursacherprinzip jeweils an den Kosten der grundhaften Erneuerung von den im Gemeinde-/Gewerbegebiet liegenden Straßen angemessen zu beteiligen. Denn sie sind es, die, die Strassen mit ihren LKWs befahren und über Gebühr belasten.

Schutz vor Eingriffen in Natur und Landschafts (bild), auch in Hinblick, dass Friedewald sich als Zukunfts- und Tourismusgemeinde präsentieren will ( vgl. unsren Beitrag unter: Kein Logistikzentrum / Analyse und Bedenken unter Punkt 18.)

Schonung der Ackerlandbestände und der ohnehin schon knappen Trinkwasserressourcen.

( vgl. Mitteilungsblatt der Gemeinde Friedewald 34/2020) in dem auf die bestehende Wasserknappheit hingewiesen wird. Auch wurde uns, von Herrn Bürgermeister Noll mitgeteilt, dass ein guter Teil des Trinkwassers aus Bad Hersfeld geliefert wird, da die Schüttung der eigenen Quellen nicht mehr ausreichend ist. ( vgl. Kein Logistikzentrum / Analyse und Bedenken unter Punkt 16.) Dieses Faktum betrifft nicht nur die Bevölkerung der Ortsrandlage „Ost“,  sondern es geht uns alle an. Auch die Bewohner von Heiderain, Rhönblick, Alte Hersfelder Straße und Sonnenweg. Die vielleicht der Ansicht sind, vom Epizentrum des Geschehens weit entfernt zu sein, und eventuell der Auffassung sind: der geplante Bau des Logistikzentrums mit seinen vorhersehbaren Auswirkungen, ginge sie nichts an.

Schutz vor radikaler Oberflächenversiegelung und damit Verhinderung einer weiteren Überforderung des Herfabaches bei immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse. Beispiele wie im Gewerbe-/ Logistikgebiet in Remsfeld zeigen, dass die, bei den dort ansässigen Firmen niedergehenden Oberflächenwässer durch teilweise hektargroße Auffangbecken aufgenommen und wieder dem Grundwasser zugeführt werden.  Zisternen, die der Brandbekämpfung dienen, sind davon ausgenommen. Da sich diese aufgrund ihres vorgeschriebenen Füllgrades zur Aufnahme von Oberflächenwasser nicht eignen!

Schutz vor weitreichender Vermüllung, dem Ausbringen von Fäkalien, Umweltverschmutzung,  dem Zuparken von Verkehrflächen im Bestandsgewerbegebiet, auf Feldwegen, im Wald und innerorts , aufgrund fehlender Stellplätze und Sozialeinrichtungen für die LKW-Fahrer.

Dabei sind nach unserer Auffassung, die von dem geplanten Logistikzentrum ausgehenden Emissionen und Immissionen bei entsprechender Nord-Ost Windrichtung, was den Lärm durch eventuelle Kühlaggregate, den Lärm durch Lade –und Rangiertätigkeiten anbetrifft, noch nicht einmal, an dieser Stelle von uns ausreichend erörtet worden. ( vgl. Kein Logistikzentrum / Analyse und  Bedenken unter Punkt 17 ) Ebenso die einhergehende Lichtverschmutzung durch den Einsatz von LED-Leuchtmittel. Auch davor muss die Bevölkerung, wie auch die Natur geschützt werden.

Allein aus diesen Gründen und der Fragestellung wie viel Logistik und großflächige Versiegelung die Gemeinde Friedewald zum Nachteil der Bevölkerung verträgt, muss es NEIN zum Gemeindevertretungsbeschluss vom 19.08.2020 und damit zur geplanten Ansiedelung eines Logistikzentrums an diesem Standort heißen.

Dagegen wäre die Ansiedelung von kleingliedrigen Gewerbeeinheiten, die sich bei Terrassierung des Geländes in das Landschaftsbild einfügen würden, weniger Flächenverbrauch, im Vergleich einen geringen Anlieferverkehr hätten, über mehr Grünfläche und damit über mehr Versickerungsfläche verfügen würden, ein Gewinn für alle, ein Gewinn für ein zukunftsorientiertes, lebenswertes Friedewald!